Ko Samui an der Westseite des Golfs von Siam gehört zu den beliebtesten Urlaubszielen von Thailand. In den 1970er Jahren von Hippies als Aussteigerparadies entdeckt, hat sich die Insel in den letzten 40 Jahren zu einem Zentrum des Massentourismus entwickelt. Inzwischen stürmen pro Tag 10-20 Flugzeuge voller Menschen die Trauminsel.

Trotz des Massentourismus ist Ko Samui eine meiner liebsten Urlaubsregionen Thailands, weil die Insel landschaftlich sehr schön und in nur einer Stunde Flug von Bangkok erreichbar ist. Es gibt sicher noch viele kleinere Inseln, die ruhiger und weniger touristisch erschlossen sind, allerdings mit deutlich längerer Anreise.

Ich merke mit zunehmendem Alter, dass An- und Abreise für mich sehr anstrengend und kräftezehrend sind. Deshalb bin ich in dieser Beziehung bequem geworden und vermeide zu viele Umsteigeverbindungen.

Schon die Ankunft auf dem kleinen Flughafen ist ein unerwartetes Erlebnis. Du wirst in einer offenen Bahn von der Flugzeugtreppe zum Ankunftsgebäude gefahren. Hier erwarten Dich mehrere luftige Pavillons, die Dir sofort ein Urlaubsgefühl vermitteln.

Auf Ko Samui wurde die Entwicklung des Tourismus von der Regierung besser gesteuert als in anderen Regionen. Anders als auf Phuket oder in Pattaya, dürfen hier Gebäude die umliegenden Bäume nicht überragen, sodass es auf Samui keine störenden Hochhäuser gibt und die Hotels sich besser in die Natur einfügen.

Unabhängig davon führt die stark gewachsene Anzahl von Touristen auch hier zu ökologischen Herausforderungen: es seien nur die Trinkwasser- und Lebensmittelversorgung und der anfallende Müll sowie Abwässer genannt, die für die kleine Insel kaum zu bewältigen sind.

 

Beste Reisezeit für Ko Samui

Das Klima auf Ko Samui unterscheidet sich von anderen Regionen Südthailands. Hier gibt es nur eine sehr kurze Regenzeit von Oktober bis Dezember, der Rest des Jahres ist – von kurzen Gewittergüssen abgesehen – trocken. Die angenehmste Reisezeit ist von Weihnachten bis März, weil es dann nicht so drückend heiß ist, wie in den anderen trockenen Monaten.

Unsere letzte Reise war im November 2015 und lag in der Regenzeit. Es war angenehm warm und meist etwas bewölkt, sodass wir nicht mit einem Sonnenbrand zu rechnen hatten. Es hat fast jeden Tag 1-2 x gewittert und in einigen Nächten auch länger geregnet. Bei unseren Moped-Touren hatten wir aber immer Glück und sind nie nass geworden.

Wesentlich unangenehmer als der gelegentliche Regen war die Angst vor den giftigen Würfelquallen. In den Monaten vor unserer Reise sind einige Touristen beim Baden mit diesen Quallen in Berührung gekommen und gestorben. Wir haben deshalb nur im Pool gebadet, obwohl wir am schönsten Strand gewohnt haben.

 

Urlaubsorte auf Ko Samui

Der touristische Hauptort auf Samui ist der Chaweng Beach an der Ostküste der Insel. Der Strand ist breit, weiß und sehr schön, aber recht überlaufen. Viele Vermieter von Wassersportfahrzeugen und fliegende Händler lassen Deine Strandtage hier nicht langweilig werden. Wenn Du allerdings in Ruhe gelassen werden möchtest, ist Chaweng nicht der Ort Deiner Wahl.

In Chaweng ist abends immer etwas los. Hier reihen sich Shops, Restaurants und Bars dicht aneinander. Du findest Restaurants jeder Nationalität und Preisklasse, Clubs und Diskotheken, auch einige Bars mit Livemusik – für uns ein Grund, gelegentlich hinzufahren. Nach ruhigen Ecken musst Du allerdings bei diesem Überangebot länger suchen.

 

Wir haben für unsere zwei Reisen 2009 und 2015 den kleineren Ort Lamai Beach weiter südlich auswählt. In Lamai ist es deutlich ruhiger als in Chaweng, man sieht mehr Familien und ältere Leute, obwohl es auch hier die unvermeidlichen Bars gibt.

Der Strand gehört zu den schönsten der Insel. Im Süden liegen die „Großmutter und Großvater Felsen“ Hin Ta & Hin Yai, die in Form von Geschlechtsorganen aus dem Meer herausragen. Die Felsen sind ein Muss für alle Samui-Urlauber und werden von vielen Shops und Restaurants umgeben.

Ko Samui Lamai Beach
Ko Samui Lamai Beach
Ko Samui Großvater Felsen
Ko Samui Großvater Felsen
Ko Samui Großmutter Felsen
Ko Samui Großmutter Felsen

Für uns ist es wichtig, dass wir eine kleinere Unterkunft finden, die zwar ruhig gelegen, aber trotzdem nahe am Zentrum ist. Wir lieben die Thai-Küche und möchten jeden Abend in einem anderen Restaurant essen, um soviel wie möglich auszuprobieren zu können.

In Lamai passt das gut, es gibt an der Küstenstraße viele unterschiedliche Restaurants nebeneinander, dazwischen Schneider (für Business-Kleidung empfehlenswert, wenn Du keine Standardgröße trägst), Optiker (Markenbrillen mit umfangreicher Ausstattung deutlich günstiger als in Deutschland), Strandkleidung, Apotheken und Minimärkte und natürlich jede Menge Geldautomaten – also alles, was wir im Urlaub brauchen. Im Gegensatz zu Chaweng ist in Lamai nach 23 Uhr fast überall Ruhe, die Restaurants und Geschäfte schließen und nur in ein paar Bars bleiben offen.

 

Ein ähnlich schöner und recht ruhiger Strand ist der Maenam Beach an der Nordküste. Der feine Sand wird von Schatten spendenden Kokospalmen umsäumt – so stelle ich mir einen Traumstrand vor! Der Ort bietet ebenfalls alles, was Urlauber brauchen. Im Zentrum kannst Du ca. 80 Jahre alte Holzhäuser bewundern. Jeden Donnerstag findet in der Walking Street ein Nachtmarkt statt, vor dem chinesischen Tempel gibt es gelegentliche Bühnen-Vorführungen. Unser kurzer Besuch in Maenam hat Lust auf mehr gemacht, bei nächsten Mal werden wir bestimmt hier eine Unterkunft suchen.

Östlich von Maenam, am Pier des Ortes Bophut, starten die Boote für Tauchausflüge und Trips auf die Insel Ko Pha Ngan, die durch die monatliche Full Moon Party bekannt ist. Leider sind wir bisher nur mit dem Tauchboot vorbei gefahren, aber irgendwann werden wir auch Ko Pha Ngan besuchen, wahrscheinlich aber nicht bei Vollmond.

 

Der Bophut Beach ist bei Ebbe nicht so attraktiv, es gibt aber einige Luxusresorts an den schöneren Abschnitten. Das sogenannte „Fishermans Village“ ist für die vielen Seafood-Restaurants bekannt, die in alten chinesischen Holzhäusern sehr geschmackvoll eingerichtet wurden. Auch in Bophut findet ein Nachtmarkt statt, hier immer freitags.

Weitere kleinere Strände legen in der Nähe des Big Buddha sowie im Süden der Insel, wir haben dort aber nur kurz gehalten, als wir mit dem Moped auf der Ringstraße rund um die Insel gefahren sind.

 

Der Hauptort Na Thon liegt auf der Westseite der Insel. Hier kommst Du an, wenn Du mit der Fähre ab Surat Thani vom Festland anreist.

Der Tourismus ist im Westen weniger zu spüren, hier konzentriert sich eher die Wirtschaft. Die Bevölkerung Samuis lebt neben dem Tourismus hauptsächslich vom Fischfang und Kokosanbau.

 

Insel der Kokospalmen

Fast die ganze Insel ist von Kokosplantagen bedeckt. Ein Baum liefert je nach Größe 50 – 100 Kokosnüsse pro Jahr. Kokospalmen können nahezu komplett verwertet werden:

  • Der Stamm bietet ein sehr haltbares Bauholz.
  • Die bis zu 6 m langen, gefiederten Blätter werden für einfache Dächer, Wandverkleidungen und Flechtwerke genutzt.
  • Aus den Blütenständen wird ein süßer Sirup gewonnen, der zu Palm- bzw. Kokosblütenzucker weiterverarbeitet wird.
  • Ich liebe besonders das Kokoswasser aus jungen Kokosnüssen. Darauf freue ich mich bei jeder Reise. Inzwischen gibt es diese auch gelegentlich in Hamburger Asia-Shops, aber sie sind nicht mit frisch geernteten vergleichbar.
  • Die harte Schale der Kokosnüsse wird gern zu Gefäßen oder kunstgewerblichen Gegenständen verarbeitet.
  • Die dicke Faserhülle um die harte Schale wird zu Seilen, Netzen, Fußmatten oder Füllmaterial verarbeitet oder auch der Gartenerde anstelle von Torf zugesetzt.
  • Das Kokosfleisch, das innerhalb der harten Schale reift, wird als Copra bezeichnet. Daraus macht man Kokosmilch, Kokosöl, Kokosflocken, Kokoschips und Kokosmus.
  • Ein weiterer verwertbarer Pflanzenteil ist das Palmenherz, die Stelle, an der die Blätter aus dem Stamm kommen. Sie wird von Liebhabern als Salat zubereitet, allerdings geht der Baum danach zugrunde.
Ko Samui Kokospalme
Ko Samui Kokospalme
Ko Samui Kokosnuesse
Ko Samui Kokosnuesse

Wie in vielen tropischen Ländern, in denen Kokospalmen wachsen, spielt diese Pflanze auch in der regionalen Küche Thailands eine große Rolle. Viel Curries, Suppen und auch Desserts werden mit Kokosmilch zubereitet. Ich mag sowohl den Geschmack als auch die Vorteile für die Gesundheit. Kokosöl ist z.B. eines meiner liebsten Bratöle und auch gegen trockene Haut sehr gut geeignet.

 

Sehenswürdigkeiten

Als kulturelles Highlight solltest Du Dir den Big Buddha im Tempel Wat Phra Yai im Nordosten anschauen. Er wurde auf einer kleinen Halbinsel errichtet und ist weithin sichtbar. Wenn Du Glück hast, kannst Du hier Mönche bei ihren murmelnden Gebeten und Zeremonien beobachten.

Big Buddha Ko Samui
Big Buddha Ko Samui

Im Tempel ist es üblich, die Schuhe auszuziehen. Aus Respekt habe ich meist ein Tuch dabei, um die Schultern bedecken zu können.

Ko Samui Karte Gebiet Big Buddha
Ko Samui Karte Gebiet Big Buddha

In der Nähe des Big Buddha (zu Fuß erreichbar) befindet sich der chinesische Tempel Wat Plai Laem mit der riesigen Figur der 18armigen Göttin Yao Mae Kuan Im, deren Schrein in einem Teich gebaut wurde. Ein überdimensionierter Glücksbuddha mit lachendem Gesicht und dickem Bauch ist ein weiterer Grund, den Tempel zu besichtigen.

Ko Samui Chinesische Gottheit
Ko Samui Chinesische Gottheit

Ansonsten ist es vor allem die Schönheit der Natur, die den Reiz der Insel ausmacht. Wir haben die Insel vorwiegend mit einem Moped erkundet.

Ko Samui Gebirge
Ko Samui Gebirge

Mopeds gibt es überall zu mieten, in den meisten Hotels oder am Straßenrand. Wenn Du alles richtig machen möchtest, lass Dir in Deutschland einen internationalen Führerschein ausstellen. Im Normalfall wirst Du ihn nicht brauchen, meist lässt ihn sich der Vermieter nicht mal zeigen. Aber manchmal kommt man eben doch in eine Verkehrskontrolle. Bei den unterbezahlten Thai-Polizisten gelten Ausländer generell als reich, es kommt deshalb nicht selten vor, dass man für Nichtigkeiten 500 Baht bezahlen soll.

Deshalb: Helm aufsetzen, auch wenn es warm ist, Papiere mitnehmen und vorsichtig fahren.

 

Unsere Offroad-Tour Lamai-Maenam

Wir sind einige Male mit dem Moped ins Gebirge gefahren. In den Dörfern sind die Straßen innerhalb der Ringstraße meist noch ganz gut asphaltiert oder betoniert. Wenn die Hänge steiler werden, gehen sie meist nur als Sandwege weiter. Es gibt einige nette Routen durch die Dörfer, zu Wasserfällen, Aussichtspunkten und zu neueren Touristenspots, natürlich sind sie auch für Wanderungen gut geeignet. Du siehst das dörfliche Leben, Kühe unter Palmen, Affen, die Kokosnüsse ernten, prunkvolle Häuser und ärmliche Hütten. Und viel Grün.

Ko Samui Wasserfall
Ko Samui Wasserfall
Ko Samui Dorfleben
Ko Samui Dorfleben

Unsere abenteuerlichste Tour war eine Straße, die (zumindest am Anfang und am Ende) mit „Shortcut Lamai – Maenam“ ausgeschildert war. Wir fuhren sie im November 2015. Laut Beschreibung im Internet sollte man diese Strecke in ca. 30 Minuten schaffen und sie sollte eine super Alternative zur lauten Ringstraße sein.

Wir waren mehr als drei Stunden unterwegs! Die anfangs gut befestigte Straße wurde mit steigender Höhe immer brüchiger, an vielen Stellen musste ich als Beifahrer absteigen, weil der Automatikroller die Steigung nicht schaffen konnte. Nach einem Picknick am höchsten Punkt mit wunderbarer Aussicht (an dem auch Jeep-Touren Pause machten) hörte die befestigte Straße ganz auf.

Wir waren nicht auf eine Bergwanderung eingestellt, waren also mit Sandalen und kurzer Kleidung unterwegs. Bergab mussten wir dann über sehr steile, steinige Wege mit Spurrinnen das Moped immer wieder schieben bzw. zurückhalten – Kraftsport pur für meinen Mann. Wir keuchten und schwitzten, wurden von Mücken zerstochen, sahen eine Schlange über den Weg huschen… Zum Glück konnten wir über das Smartphone immer unsere Position prüfen, so dass wir das Ziel zumindest vor Augen hatten. Das letzte Stück Weg, schon zu Maenam gehörend, war durch den Regen und Baufahrzeuge extrem schlammig. Nicht nur wir brauchten anschließend eine Erfrischung, auch unser Moped hatte nun dringend eine Dusche nötig. Schade, dass wir während dieser Tour keinen Nerv zum Fotografieren hatten. Aber es ist eines der Erlebnisse, die wir nie vergessen werden.

 

Von Lamai in südlicher Richtung kommst Du zu muslimischen Fischerdörfern, wo Du Dir die bunt bemalten Boote anschauen und das einfache Leben der Fischer erleben kannst.

Ko Samui Markt Fische
Ko Samui Fischerdorf

Besuche dabei (oder in jedem anderen Ort der Insel) unbedingt einen Markt! Es riecht nicht unbedingt lecker dort, aber es ist wirklich faszinierend, die verschiedenen Obst- und Gemüsearten, Gewürze und Kräuter, die bunten Fische und Meeresfrüchte kennen zu lernen. Wir haben schon oft solche Frischemärkte besucht und kennen viele dieser Sachen schon. Jedes Mal haben wir bedauert, dass wir vor Ort keine Unterkunft mit Kochgelegenheit hatten, das werden wir bei der nächsten Reise anders planen.

Ko Samui Markt Obst Gemuese
Ko Samui Markt Obst & Gemüse
Ko Samui Markt Fische
Ko Samui Markt Fische

Natürlich gibt es auch Kochkurse mit Marktbesuch, die ich Dir empfehle, wenn Du die Grundlagen der Thai-Küche lernen möchtest. Dabei werden aber meist die bekanntesten Gerichte zubereitet, die man aus Thai-Restaurants in Deutschland schon kennt. Mein Mann probiert gern auch neue, unbekannte Zutaten aus, und ich bin dafür ein dankbarer Abnehmer.

Wir hatten im letzten Jahr das Glück, eine thailändische Freundin kennenzulernen, die uns herzlich in ihre Familie aufgenommen hat, mit uns auf dem Markt war und anschließend mehrmals mit und für uns gekocht hat. Solche Erlebnisse sind einfach toll und geben einen viel tieferen Einblick in die Lebensweise des Landes. Darüber wird es demnächst einen Artikel geben.

 

Wenn Du nicht selbst Moped fahren möchtest, kannst Du auch ein Auto mieten, Dir ein Taxi nehmen oder an einem der vielen Reisebüros eine geführte Tour buchen. Weitere Vorschläge für Tagestouren zeigt Dir dieses Video.

Neben der Insel selbst empfehle ich Dir, das Meer beim Tauchen oder Schnorcheln zu erkunden (Ich habe übrigens 2009 hier meinen ersten und einzigen Tauchgang gemacht und anschließend beschlossen, dass Schnorcheln für mich reicht), per Boot zu den Nachbarinseln Ko Pha Ngan oder Ko Tao zu fahren und die wunderschöne Landschaft des Ang Thong Marine Park mit einem Kanu zu entdecken.

 

Wie hat Dir mein Bericht gefallen? Hast Du Lust bekommen, auf Ko Samui Urlaub zu machen? Oder kennst Du die Insel schon und kannst noch mehr empfehlen?

 

Schönes Fernweh wünscht Dir

Beate