Viele Urlauber, die zu ersten Mal eine Fernreise unternehmen, orientieren sich an Ratschlägen von Reisebüros, Reiseführern und Banken. Leider werden dort immer noch vorrangig Reiseschecks empfohlen, weil sie sehr sicher sein sollen. Für diese Reiseschecks fallen aber sowohl bei der Ausgabe in Deutschland aus auch beim Einlösen im Reiseland hohe Gebühren an. Falls man ungebrauchte Schecks zurückgeben möchte nochmals. Ich kann diese Schecks deshalb nicht empfehlen, sie sind teuer, die Handhabung ist kompliziert und man muss im Gastland erst Banken suchen, die diese Schecks akzeptieren.

Eine große Anzahl von Urlaubern nimmt Bargeld in Euro oder Dollar mit und tauscht diese in Wechselstuben oder bei privaten Geldwechslern in die Landeswährung um. Auch diese Möglichkeit halte ich nicht für sinnvoll. Schon beim Tausch in Dollar kassieren die deutschen Banken kräftig, und die Wechselstuben im Reiseland bieten oft Fantasiekurse an, die mit den internationalen Umtauschkursen, die Du z.B. unter www.oanda.com nachlesen kannst, nur wenig gemeinsam haben. Außerdem kann man vorher selten genau einschätzen, wie viel Geld man während der Reise brauchen wird.

Es gibt in Asien Geldautomaten, die auch ec-Maestro-Karten akzeptieren und für Auszahlungen geringere Gebühren berechnen als für Kreditkarten. Allerdings sind Maestro-Karten in Deutschland bei vielen Banken durch V-Pay-Karten abgelöst worden, die wiederum nur in der EU funktionieren.

Mit Kreditkarten der bekannten deutschen Geldinstitute kannst Du an Geldautomaten mit PIN Bargeld abheben, dafür werden aber erhebliche Gebühren fällig.  Da die maximalen Auszahlungsbeträge in vielen Ländern sehr niedrig sind, können sich die Gebühren während einer Reise auf einen beträchtlichen Betrag summieren. Auch beim direkten Bezahlen mit Kreditkarten erheben Händler, Hotels bzw. Restaurants oft 2-3% Aufschlag (die Gebühr, die sie an die Kreditkartenorganisation abführen müssen), zusätzlich fallen ca. 1,5% Gebühren bei Deiner Bank für den Auslandseinsatz an. Auch nicht optimal.

Wie kommt man in Südostasien günstig an Bargeld?

Ich kann aus eigener Erfahrung das DKB-Cash-Konto wärmstens empfehlen. Das völlig gebührenfreie Konto besteht aus einem normalen Giro-Konto mit ec-Karte zum Bezahlen in Geschäften zuhause (keine gebührenfreie Auszahlung an Automaten!) und einem Kreditkartenkonto mit VISA-Karte. Beide Konten werden verzinst, allerdings sind die Zinsen momentan sehr niedrig. Mit dieser VISA-Karte kannst Du weltweit kostenlos Geld an Automaten abheben (nicht am Bankschalter!). Sollten dennoch Gebühren durch die Bank vor Ort anfallen (wie z.B. in Thailand), werden diese von der DKB nach Vorlage der Belege ohne Diskussion erstattet.

Update März 2017: Die DKB hat im Juni 2016 ihre AGB geändert und erstattet die durch manche Banken im Ausland erhobenen Automatengebühren nicht mehr.

Ich habe mein DKB-Cash-Konto seit 2008 und kann es wirklich für den Einsatz im Ausland uneingeschränkt empfehlen. Auf der Webseite der Bank wird mit der weltweiten VISA-Geldautomatensuche verlinkt, sodass Du schon vor Deinem Urlaub prüfen kannst, wo Du Geld abheben kannst.

Es ist übrigens in Asien viel einfacher als zuhause, mit der VISA-Karte Geld zu bekommen. In Deutschland arbeiten nicht alle Banken mit der DKB zusammen, an Sparkassenautomaten gab es beispielsweise kein Bargeld mit der DKB VISA-Karte (das kann sich aber inzwischen geändert haben, ich habe es lange nicht probiert). Mit der Geldautomatensuche kannst Du das aber vorab prüfen.

Übrigens verreisen wir immer mit mehreren Kreditkarten, die wir getrennt voneinander aufbewahren (Safe!). Falls eine Karte verloren gehen sollte, braucht man ja eine weitere Möglichkeit, um an Geld zu kommen. Auch die Telefonnummer der Bank sowie die Konto- und Kartennummern zum Sperren der Karten sollte man immer dabei haben.

Solltest Du ähnliche oder andere Erfahrungen gemacht haben, lass es mich bitte wissen. In den Blogposts über die einzelnen Länder werde ich noch separat auf die jeweiligen Währungen und Umtauschmöglichkeiten eingehen.